Heimatmuseum mit Wasserburg Friedewald

Chronik und Geschichte


Vor 30 Jahre haben sich interessierte Menschen aus Liebe zu unserer Heimat und zu Friedewald zusammengeschlossen, um genau am 13. Juli 1968 in der Steigleder Schule zu Friedewald ihren - damals noch genannten - Verkehrs- und Verschönerungsverein zu gründen. Die Mitglieder des Gründungsjahres 1968 wählten als 1. Vorsitzenden Bürgermeister Hans Dürner und als seinen Stellvertreter Apotheker Rudolph Wever.

Bereits 4 Wochen nach der Vereinsgründung wurde in drei Räumen des Schlosses das Heimatmuseum eröffnet. Die Hersfelder Zeitung berichtet zu diesem Ereignis:

" ... Für den Aufbau und die Einrichtung des buchstäblich in kürzester Zeit aus dem Nichts geschaffenen Heimatmuseums der Gemeinde Friedewald standen nicht mehr als drei Wochen zur Verfügung: Friedewalder Bürger und Bürger aus den Nachbargemeinden Lautenhausen und Herfa stellten bäuerliche Geräte zur Verfügung. Rudolph Wever wurde zum Museumsleiter und Heinrich Licht zum Stellvertreter gewählt. .. "

Ebenso eifrig ging man an die Sanierung des Drei-Schalen-Brunnens und brachte ihn pünktlich im September des gleichen Jahres für die Feier des 1. Schlosssbrunnen-Festes zum Sprudeln. Es war ein Fest mit Sport, Tanz und Musik und wurde in den folgenden Jahren zum beliebtesten Fest der ganzen Gemeinde.

Der Verein war noch jung und steckte voller Tatendrang. Aber Hans Dürner, Bürgermeister und 1. Vorsitzender, konnte sich aus beruflichen Gründen in der Jahresshauptversammlung vom 13. Februar 1975 nicht wieder zur Wahl stellen und die Mittglieder wählten Walter Krengel, Forstoberrat, zu seinem Nachfolger. Walter Krengel war bis 1986 1. Vorsitzender, Rudolph Wever war 1968 bis 1986 als Museumsleiter tätig. Beide Inhaber des Ehrenbriefes des Landes Hessen, wurden in der Jahresshauptversammlung im Jahr 1986 zu Ehrenmitgliedern des Heimatvereins ernannt und schieden aus Altersgründen aus dem Vorstand aus. Heinrich Licht, der bis dahin stellvertretender Museumsleiter war, übernahm den 1. Vorsitz und zugleich die Aufgabe der Museumsleitung. Er führte den Verein bis zu seinem Tode im Jahre 1997.

Diese Aktivität, die sicher jedem bekannt ist, stellte einen weiteren Schwerpunkt in der Anfangsgeschichte des Vereins dar. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein aktivierte fast alle Bürger Friedewaids und erreichte so das ehrgeizige Ziel, im Jahre 1969 "Gebietssieger", im Jahre 1973 "Schönster Ort im Landkreis Hersfeld" und im Jahre 1977 "2. Landessieger hinter Bergwald-Bottendorf" zu werden. Der große Einsatz aller hatte sich gelohnt und man war stolz auf das Erreichte.

Natürlich ist der Friedewalder auch mit seinem Hausberg, dem Dreienberg, eng verbunden. In 1979 arbeiteten Vereinsmitglieder einen Waldweg zu einem der beliebtesten Wanderwege des Kreises, den Panorama-Rundweg, aus. Entlang des Wanderweges und an besonders schönen Ausblicken wurden zum Verweilen Ruhezonen und auch Schutzhütten sowie Hinweisschilder zur Geologie und zur Natur geschaffen. Bis zum heutigen Tage werden von unseren Mitgliedern diese Anlagen gehegt und gepflegt.

Im Jahre 1968, also dem Gründungsjahr des Verkehrs- und Verschönerungsverein, später umbenannt in Heimatverein Friedewald e. V., öffnete auch das Heimatmuseum seine Pforten. Zunächst standen nur 3 Räume in den umgebauten Räumlichkeiten des Schloss-Mitteltrakts zur Verfügung. Später wurden weitere Räume frei und das Museum vergrößerte sich von Jahr zu Jahr. Abteilungen für Kirchengeschichte, Schuhmacherei und Handwerk, Industrie- und Kali-Geschichte machten das Museum attraktiver.

Viele Ausstellungen im Treppenhaus, z. B. Fotografische Sonderschau von Friedrich Lucke (Friedewald), 1oo-jähriges Bestehen der Raiffeisenkasse Friedewald, heimische Künstler und andere, belebten unser Museum schon damals.

Mit der Umsetzung der Forstverwaltung Friedewald nach Heringen im Jahre 1979 bekamen wir einen neuen Hausherrn, die Liegenschaftsstelle mit Sitz in der Finanzverwaltung Fulda. Die Verwaltungsstelle bekundete ein sehr großes Interesse an" Öffentlichkeits- und Kulturarbeit im gesamten Schlossareal. So kam es dann, dass im Jahre 1985, nachdem die Restaurierungsarbeiten der Burgruine planmäßig vorangingen, auch der Mitteltrakt entkernt und neu aufgebaut wurde. Das Engagement beim Neuaufbau und die vielen Gespräche mit dem Staatsbauamt, Bürgermeister Werner Schäfer und dem Museumsverband wurden zum täglichen Geschäft. Fragen der Gestaltung, Finanzierung und Durchführung der Aufbauarbeit, Sicherung der Exponate mussten geklärt werden.

Am 12. März 1989 war es dann soweit. Nach über 3 600 freiwilligen Arbeitsstunden konnte nach 8-monatiger Einrichtzeit das Museum der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. 17000 Gäste konnten im Kalenderjahr 1989 begrüßt werden. Der Hessische Rundfunk berichtet in einer Sondersendung über das neue Museum und sogar der Rundfunksender HR 4 aus Fulda übertrug ein Interview mit dem damaligen 1. Vorsitzenden. Die Landesregierung gratulierte dem Heimatverein und übergab dem Vorstand symbolisch die Schlüssel. Hohe Beamte aus Wiesbaden ließen sich durch Burg, Schloss und Museum führen um zu sehen, wofür die 10 Millionen Steuergelder aufgewendet wurden.

Im eigens geschaffenen Ausstellungsraum des neuen Museums wechseln die Ausstellungen noch bis heute und sind ein zusätzlicher Anziehungspunkt für Besucher.

Glaubt man nun, die Kraft der Mitglieder sei erschöpft und man hätte alles erreicht, so hat man sich getäuscht. Exkursionen, Freundschaftsbesuche und Vereinsfahrten zu historischen Stätten stehen auch heute noch jedes Jahr auf dem Programm. Bücher, sei es die Herausgabe des neuen Museumsführers "Lebendige Vergangenheit" oder die Mitwirkung bei der Herausgabe des Buches "August Spieß" von Dr. Nuhn oder die vielen Veröffentlichungen in den Zeitschriften "Mein Heimatland", zeugen von aktiver Vereinsarbeit auch in geistiger und schriftlicher Form. Werbung für unseren Verein und das Museum gehören heute ebenso dazu wie Aktionstage, Beteiligung an Märkten, Kooperation mit anderen ähnlichen Einrichtungen, die Weiterbildung der Mitglieder.

Liebe Heimatfreunde, es soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Denkmäler Nadelöhr, An der Hand, der neu geschaffene Gedenkstein "Am Zollstock", der August Spieß-Gedenkstein sowie die Hilfe bei der Aufmauerung der freigelegten Hamundskirche unsere Vereinsarbeit beinhaltet und zum Teil unsere Handschrift mitträgt.